Je nach Branche fragen beim ersten Website-Besuch nur 1 bis 5 Prozent der Besucher tatsächlich an, der Rest verlässt die Seite ohne Handlung, oft aus Zeitgründen oder weil noch verglichen wird. Retargeting-Kampagnen sprechen genau diese Personen gezielt erneut an, meist zu niedrigeren Kosten und mit höherer Erfolgsquote als klassische Kampagnen für unbekannte Zielgruppen.
- Retargeting erreicht bereits interessierte Besucher, statt neue, unbekannte Zielgruppen anzusprechen.
- Der Cost-per-Click liegt meist 20 bis 40 Prozent unter dem von Neukunden-Kampagnen.
- Ohne Cookie-Einwilligung nach DSGVO darf kein Retargeting-Tracking aktiv werden.
Warum die meisten Besucher beim ersten Mal nicht anfragen
Eine Kaufentscheidung, besonders im B2B-Bereich, fällt selten beim ersten Website-Kontakt. Interessenten vergleichen Anbieter, holen sich interne Freigaben ein oder kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt auf die Seite. Ohne Retargeting sind diese Personen danach schlicht verloren, obwohl bereits ein reales Interesse bestand. Retargeting setzt genau hier an: Ein unauffälliger Code-Schnipsel (Pixel) markiert Besucher anonymisiert, damit sie ihnen anschließend auf anderen Plattformen wie Google, Facebook oder LinkedIn erneut begegnen.
Was Retargeting-Kampagnen kosten
Da die Anzeigenrelevanz für bereits interessierte Besucher von den Plattformen höher eingestuft wird, liegt der Cost-per-Click bei Retargeting meist spürbar unter dem von Kampagnen für kalte Zielgruppen. Gleichzeitig liegt die Conversion Rate oft zwei- bis dreimal höher, wodurch sich der tatsächliche Cost-per-Lead in Kombination noch deutlicher verbessert als der Klickpreis allein vermuten lässt.
Zielgruppen für Retargeting definieren
Nicht jeder Website-Besucher sollte gleich behandelt werden. Sinnvoll ist eine Abstufung nach Verhalten: Wer nur die Startseite gesehen hat, ist ein schwächeres Signal als jemand, der eine Preisseite oder ein begonnenes Kontaktformular verlassen hat. Für diese wärmeren Segmente lohnt sich ein höheres Budget und eine spezifischere Anzeige, etwa mit Bezug auf das konkret angesehene Angebot, während für kühlere Segmente allgemeinere Markenbotschaften ausreichen.
Verlorene Interessenten gezielt zurückholen: Ioan Drozd baut Retargeting-Kampagnen, die Website-Besucher nach ihrem tatsächlichen Interesse gestaffelt erneut ansprechen.
Kostenloses Erstgespräch buchen →Frequenzbegrenzung und Laufzeit
Ein Zeitraum von 14 bis 30 Tagen nach dem Website-Besuch eignet sich für die meisten B2B-Angebote, da die Kaufbereitschaft danach spürbar abnimmt. Bei Produkten mit längerer Entscheidungsphase kann ein gestaffeltes Retargeting über bis zu 90 Tage mit abnehmender Frequenz sinnvoll sein. Entscheidend ist außerdem eine Begrenzung auf 2 bis 4 Anzeigenkontakte pro Woche und Person, damit dieselbe Anzeige nicht als aufdringlich wahrgenommen wird und dem Markenbild eher schadet als nützt.
DSGVO und Einwilligung
Da Retargeting üblicherweise auf Cookies oder vergleichbaren Technologien basiert, ist nach DSGVO eine informierte Einwilligung der Nutzer erforderlich, in der Praxis meist über ein Cookie-Consent-Banner umgesetzt. Ohne diese Einwilligung dürfen entsprechende Tracking-Technologien nicht aktiv werden, was die erreichbare Zielgruppe zwangsläufig auf jene Besucher beschränkt, die dem zugestimmt haben.
Häufige Fehler bei Retargeting-Kampagnen
Der häufigste Fehler ist, alle Besucher gleich zu behandeln, statt nach ihrem gezeigten Interesse zu differenzieren. Ein zweiter Fehler ist eine fehlende Frequenzbegrenzung, wodurch Nutzer dieselbe Anzeige zu oft sehen und genervt reagieren. Ein dritter Fehler ist, Anzeigeninhalte über Monate unverändert zu lassen, was zu sinkender Aufmerksamkeit führt, dem sogenannten Ad Fatigue.
Checkliste für erfolgreiches Retargeting
- Retargeting-Pixel korrekt einbinden und Cookie-Einwilligung datenschutzkonform umsetzen.
- Zielgruppen nach gezeigtem Interesse staffeln, nicht alle Besucher gleich behandeln.
- Frequenzbegrenzung auf 2 bis 4 Kontakte pro Woche und Person setzen.
- Anzeigeninhalte alle paar Wochen austauschen, um Ad Fatigue zu vermeiden.
- Zeitfenster von 14 bis 30 Tagen als Ausgangspunkt wählen und nach Datenlage anpassen.
- Cost-per-Lead im Vergleich zu Neukunden-Kampagnen laufend gegenüberstellen.